Der morphologische Kasten (oder auch Zwicky-Box) eignet sich besonders für Auswahl- und Konfigurationsentscheidungen. Die Ausgangssituation ist meist, dass man vor einer zu großen Anzahl möglicher Entscheidungsalternativen steht. Und diese Alternativen setzen sich aus verschiedenen Merkmalen und deren Ausprägungen zusammen.
Sie bereiten eine Beschaffung vor und können das Produkt konfigurieren. Beim Auto beispielsweise können Sie eine Lackierung aus 10 möglichen aussuchen, einen Motor aus 8 Optionen, 5 Arten von Sitzbezügen. Bis hierhin haben Sie schon 400 mögliche Kombinationen. Völlig unmöglich, alle Kombinationen mit einer der klassischen Entscheidungstechniken (Nutzwertanalyse, Entscheidungsbaum, PMI) zu vergleichen. Und wir haben ja gerade erst angefangen mit den verschiedenen Merkmalen. Am Ende haben Sie schnell tausende oder gar Millionen möglicher Kombinationen.
Hier ist die morphologische Methode die perfekte Lösung, um die zu vergleichenden Alternativen zu reduzieren.
Man schreibt als erstes auf, um welches System es geht, was konkret zu konfigurieren ist. Dann folgt eine Liste der entscheidungsrelevanten Merkmale. Für die Fahrzeugbeschaffung hatten wir schon einige Beispiele. Nehmen wir für dieses Beispiel etwas anderes, eine Office-Software fürs Unternehmen.
Wichtige Merkmale könnten sein:
Welche Merkmale gibt es noch?
Wenn Sie mir Ihrer Liste zufrieden sind, notieren Sie hinter jedem Merkmal seine möglichen Ausprägungen. Beschränken Sie sich auf solche, die für Ihre Entscheidung in Frage kommen. Wenn Sie eine Ratenzahlung ausschließen, notieren Sie hinter “Zahlungs- und Finanzierungsoptionen” zum Beispiel nur: Vorauszahlung, Zahlung auf Rechnung mit 14 Tagen Frist.
Jetzt übertragen Sie die Merkmalsausprägungen aus Ihrer Liste in die Tabelle. Die Tabelle sollte dann etwa so aussehen:
Im nächsten Schritt entwickeln Sie zum Beispiel drei verschiedene Kombinationen von Merkmalsausprägungen, die Sie prinzipiell für attraktiv oder zumindest akzeptabel halten.
Das bedeutet, aus jeder Zeile wird eine Ausprägung ausgewählt. Die Kombinationen stellen Sie dar, indem Sie die Kästchen durch farbig unterschiedliche Linien verbinden.
Das sieht dann so aus:
Wie Sie den morphologischen Kasten und andere Entscheidungstechniken kompetent einsetzen, lernen Sie auch in unserem Entscheidungstechniken-Seminar.