Die Bayes-Regel und Entscheidungsqualität

Viele Fehl­ent­schei­dun­gen werden getrof­fen, weil eine statis­ti­sche Regel aus dem 18. Jahr­hun­dert nicht berück­sich­tigt wird. Die Bayes-Regel ist Grund­lage für Spam-Filter und künst­li­che Intel­li­genz. Ihr Grund­prin­zip kann jeden zu einem kompe­ten­te­ren Entschei­der machen.

Mit jeder Entschei­dungs­fin­dung müssen wir impli­zit oder expli­zit zwei Fragen beantworten:

  1. Welche Ziele sollen erreicht und welche Rand­be­din­gun­gen einge­hal­ten werden (Klärung).
  2. Wieweit errei­chen wir diese Ziele durch die einzel­nen Entschei­dungs­al­ter­na­ti­ven (Prognose).

Nun ist bekannt, dass wir alle in der Vorher­sage künf­ti­ger Entwick­lun­gen und den Auswir­kun­gen von Hand­lun­gen nicht sehr leis­tungs­fä­hig sind. Das trifft auch auf ausge­wie­sene Exper­ten zu. Deshalb der bekannte Spruch: “Progno­sen sind schwie­rig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.” 

Zur Herlei­tung einer Prognose haben wir meist zwei Informationsquellen. 

Trainings und Workshops

Kluges Entscheiden

Verbes­sern Sie die Entschei­dungs­kom­pe­tenz Ihrer Orga­ni­sa­tion. Redu­zie­ren Sie Entschei­dungs­kon­flikte, Fehl­ent­schei­dun­gen, Über­ana­lyse und Meetings ohne Resultate.

  • Infor­ma­tio­nen über die konkrete, spezi­fi­sche Entscheidungsalternative.
  • Infor­ma­tio­nen über die “Basis­rate”, die statis­ti­schen Resul­tate möglichst ähnlich gela­ger­ter, empi­ri­scher Fälle.

Entschei­der berück­sich­ti­gen über­wie­gend, oft ausschließ­lich, die erste Art von Infor­ma­tio­nen. Grund­ver­tei­lun­gen werden meist igno­riert. Und so werden mit großem Opti­mis­mus Dinge beschlos­sen, die statis­tisch fast immer schief gehen.

Wie Sie die Bayes-Regel für Ihre Entscheidungen nutzen

Mit jeder Entschei­dungs­fin­dung müssen wir impli­zit oder expli­zit zwei Fragen beantworten:

  1. Welche Ziele sollen erreicht und welche Rand­be­din­gun­gen einge­hal­ten werden (Klärung).
  2. Wieweit errei­chen wir diese Ziele durch die einzel­nen Entschei­dungs­al­ter­na­ti­ven (Prognose).

Nun ist bekannt, dass wir alle in der Vorher­sage künf­ti­ger Entwick­lun­gen und den Auswir­kun­gen von Hand­lun­gen nicht sehr leis­tungs­fä­hig sind. Das trifft auch auf ausge­wie­sene Exper­ten zu. Deshalb der bekannte Spruch: “Progno­sen sind schwie­rig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.” 

Zur Herlei­tung einer Prognose haben wir meist zwei Informationsquellen. 

  • Infor­ma­tio­nen über die konkrete, spezi­fi­sche Entscheidungsalternative.
  • Infor­ma­tio­nen über die “Basis­rate”, die statis­ti­schen Resul­tate möglichst ähnlich gela­ger­ter, empi­ri­scher Fälle.

Entschei­der berück­sich­ti­gen über­wie­gend, oft ausschließ­lich, die erste Art von Infor­ma­tio­nen. Grund­ver­tei­lun­gen werden meist igno­riert. Und so werden mit großem Opti­mis­mus Dinge beschlos­sen, die statis­tisch fast immer schief gehen.

Ein Beispiel für besseres Entscheiden mit der Bayes-Regel

Ein Geschäfts­kunde sprach beim Abend­essen, nach einem Work­shop, ein priva­tes Entschei­dungs­pro­blem an. Er lag im Recht­streit mit seiner Bank. Sein Ziel war, der Bank eine Fehl­be­ra­tung nach­zu­wei­sen und die Verluste, die er mit soge­nann­ten “struk­tu­rier­ten Anla­gen” erlit­ten hatte, von der Bank erstat­tet zu bekommen.

Dazu hatte er sich einer Sammel­klage ange­schlos­sen. In der ersten Instanz wurde die Klage abge­wie­sen. Der vertre­tende Anwalt empfahl den Anle­gern nun zum einem Kapi­tal­an­le­ger-Muster­ver­fah­ren in der nächs­ten und letz­ten Instanz. 

Die Kosten dieses Schritts lagen bei eini­gen hundert Euro. Bei Erfolg erwar­tete er eine Erstat­tung von knapp vier­tau­send Euro. Der Anwalt hatte den Klägern auf zwei Seiten ausführ­lich erklärt, warum er sehr opti­mis­tisch hinsicht­lich der Erfolgs­aus­sich­ten war. Die Gründe bezo­gen sich alle auf den spezi­fi­schen Fall.

Man kann davon ausge­hen, dass ca. 100% aller Anwälte die Erfolgs­aus­sich­ten als hoch einschät­zen, wenn sie zur Klage raten — dass aber nicht 100% aller Kapi­tal­an­le­ger-Muster­ver­fah­ren im Sinne der Kläger entschie­den werden.

Mein Rat war, zu recher­chie­ren, ob statis­ti­sche Infor­ma­tio­nen erhält­lich sind, wieviel von 10 solcher Verfah­ren im Sinne des Klägers, und wieviele im Sinne der Bank entschie­den werden. 

Falls diese Infor­ma­tion nicht verfüg­bar ist, wäre der nächste Schritt, einen oder einige Exper­ten um eine Schät­zung zu bitten. Aller­dings nicht den vertre­ten­den Anwalt, denn der kann in der Frage nicht objek­tiv sein.

Falls das nicht gelingt, oder in dem Fall zu aufwän­dig wäre, sollte er von einer 50%-igen Erfolgs­chance ausge­hen und Risiko (Verlust der zusätz­li­chen Kosten) und Chance (Erstat­tung des Verlus­tes durch die Bank) gegenüberstellen.